Überblick

Open Innovation

Angesichts der Komplexität moderner Forschung und der wachsenden Ansprüche, die heute an neue Produkte, Services oder Verfahren gestellt werden, nutzen innovative Unternehmen heute verstärkt kreatives Potenzial außerhalb des Unternehmens, indem sie ihre internen F&E-Anstrengungen durch Kooperationen und Netzwerke ergänzen. Daher kommt sogenannten Open-Innovation-Ansätzen eine immer wichtigere Rolle zu. Gemeint ist, dass Forschungs- und Entwicklungsprozesse zunehmend „offen“ sind, das heißt es findet ein Austausch von Ideen, Wissen und Ressourcen zwischen dem Unternehmen und externen Open-Innovation-Partnern statt.

Werden sie intelligent ausgestaltet, liegen die Vorteile solcher Ansätze auf der Hand. Bei sogenannten Outside-in-Prozessen, bei denen das Unternehmen externe Kompetenz hereinholt, kann mehr Wissen genutzt werden, als in einem einzelnen Unternehmen vorhanden sein kann. Das Innovationspotenzial eines Unternehmens, das bei „geschlossenen“ Innovationsprozessen durch das intern verfügbare Wissen begrenzt ist, kann durch Open Innovation fast beliebig gesteigert werden, indem praktisch die ganze Welt als Ideenpool genutzt wird. Zugleich können offene Innovationsprozesse dazu beitragen, dass die Wünsche der Kunden kontinuierlich eingespeist werden und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Dabei ist Open Innovation aber keine Einbahnstraße: Bei sogenannten Inside-out-Prozessen werden internes Wissen und ungenutzte Ideen des Unternehmens nach draußen gegeben und damit für den gesamtwirtschaftlichen Innovationsprozess nutzbar gemacht. Zudem werden auf diesem Wege natürlich auch Lizenzeinnahmen generiert, die wiederum zur Stärkung der Innovationskraft des Unternehmens eingesetzt werden können.

Beispiel

Beispiel Bayer AG

Bayer nutzt Kooperationen, Netzwerke und das gesamte Spektrum der Open-Innovation-Ansätze, um seine Wissensbasis zu verbreitern und sein Innovationspotenzial zu steigern. So pflegt das Unternehmen mehr als 800 intensive Kontakte und Partnerschaften zu Universitäten und Forschungseinrichtungen in aller Welt. Zudem unterhält Bayer Innovationszentren, sogenannte Science Hubs, in San Francisco und Beijing.

Ideen für neue Targets in den für Bayer Health-Care relevanten Forschungsgebieten wie zum Beispiel Onkologie oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können über eine Website eingereicht werden. Die Forscher, deren Vorschläge von den Bayer-Experten als vielversprechend erachtet werden, werden Projektpartner des Unternehmens und erhalten eine Forschungsunterstützung (Grant).

Außerdem können sie im Rahmen der Partnerschaft mit Bayer das Knowhow, die Analysemöglichkeiten und Labor-Infrastruktur des Unternehmens nutzen. Das Besondere: Das geistige Eigentum an der Idee verbleibt während der ersten Kooperationsphase beim externen Partner. Erst wenn das Target sich im Laufe der weiteren Entwicklung als vielversprechend erweist, werden die Rechte am geistigen Eigentum vertraglich geregelt. Der Vorteil für den Partner liegt darin, dass er eine Idee, von der er überzeugt ist, nicht frühzeitig „loslassen“ muss, um erste Einnahmen zu erzielen. Zudem hat er eine wesentlich bessere Verhandlungsposition, wenn seine Idee weiter fortgeschritten ist und zusätzliche Entwicklungsschritte geschafft sind.

Der Vorteil für Bayer liegt darin, dass zahlreiche attraktive Partner mit guten, innovativen Ideen in einem frühen Stadium die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen suchen. Seit dem Start der Initiative hat Bayer aus allen Teilen der Welt Einreichungen erhalten, deren Inhalt dem Unternehmen in vielen Fällen noch nicht bekannt war. Etwa 13 Prozent wurden Partner und erhielten einen Zuschuss.

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von Boltz Ξ Young.

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